Sommerreise — die acht Dinge im Kofferraum, die ändern, was passiert, wenn etwas schiefgeht
Die meiste Haushaltsvorsorge geht davon aus, dass du zu Hause bist. Für 2–4 Wochen im Sommer bist du es nicht — du bist auf einer Autobahn in Südfrankreich, auf einer griechischen Insel, auf einem Parkplatz in Kroatien. Ein kleines Kofferraum-Set bewältigt die Dinge, die an diesen Tagen schiefgehen. Acht Dinge. Gesamtkosten ~60 €.
Wo im Sommer tatsächlich Dinge schiefgehen
Europäische Vorfallberichte der Urlaubssaison von nationalen Zivilschutzbehörden gruppieren sich um drei Muster: - Fahrzeugpannen in unbekanntem Gelände — Überhitzung auf spanischen oder italienischen Autobahnen, leere Batterien in der Höhe in den Alpen, platte Reifen auf ländlichen kroatischen Straßen - Medizinische Notfälle an Orten, wo die Landessprache nicht deine ist — Hitzschlag, Dehydration, Lebensmittelvergiftung, Sonnenbrand tief genug, um behandelt zu werden - Kommunikations-Blackouts — Gebiete mit schlechtem Mobilfunkempfang (norwegische Fjorde, spanische Sierras, griechische Inseln), verlorene Handys, leere Akkus, keine funktionierende Sprache, um anzurufen
Keines davon ist ein Überlebensszenario. Es sind Unannehmlichkeitsszenarien, die gelegentlich zu Notfällen werden, weil der Haushalt in der ersten Stunde reagiert.
Das Acht-Dinge-Sommerautoset
Gesamtkosten: ~60 €. Zeit zum Zusammenstellen: 30 Minuten. Lebt von Mai bis September im Kofferraum, kommt für den Rest des Jahres heraus.
- 6 × 1,5-Liter-Wasserflaschen — 4 €. Nicht zum Trinken, außer im Notfall. Für den Kühler, der im Stop-and-go-Verkehr bei 38 °C überhitzt, zum Auswaschen einer Wunde, zum Kühlen einer Person mit beginnender Hitzeerschöpfung, für den Motor, der 30 km heißlaufen kann, wenn du das Kühlmittel nachfüllen kannst. Alle 6 Monate austauschen.
- Ein kleines Erste-Hilfe-Set mit Antiseptikum, Klammerpflastern, sterilem Mull, Pflastern, Paracetamol, Antihistaminika, Rehydrationssalzen, Sonnenbrand-Gel — 15 €. Kauf ein fertiges in jeder Apotheke. Das europäische Standard-Set (DIN 13164) ist für den Handgebrauch übertrieben; ein kleines Reiseset bewältigt die häufigsten Familien-im-Urlaub-Vorfälle.
- Eine physische Papierkarte des Landes, in dem du fährst, oder mindestens der Region — 8 €. Navi versagt in Bergregionen, auf Fährrouten und in bestimmtem ländlichem italienischem/spanischem Gelände. Eine Papierkarte ist auch, wie du das nächste Dorf findest, wenn die Daten tot sind.
- Eine 20.000-mAh-Powerbank, voll geladen, mit USB-C- und Lightning-Kabel — 25 €. Ein totes Handy ohne Informationen ist in einem unbekannten Land wirklich gefährlich. Eine geladene Powerbank gibt dir vier Handy-Aufladungen, also zwei Tage essenzieller Kommunikation.
- Eine Warnweste pro Person im Auto — 5 € für ein Viererpack. In vielen EU-Ländern gesetzlich vorgeschrieben; funktional essenziell, wenn du um 22:00 am Standstreifen einer Autobahn aus dem Auto steigst.
- Eine kleine Notfall-Rettungsdecke pro Person — 4 € für ein Viererpack. Der Rettungsfolien-Typ. Für die Bergpanne, bei der die Temperatur nach Sonnenuntergang um 15 °C fällt. Für die im Auto verbrachte Nacht, während du auf Hilfe wartest. Für die Person, die nach dem Schwimmen in kaltem Meerwasser beginnende Unterkühlung zeigt.
- Eine physische Kreditkarte und 100 € in gemischten Stückelungen — getrennt von deiner Alltagsbrieftasche, im Auto versteckt. Kartenbetrug, verlorene Brieftasche, Geldautomatenausfall oder einfach in einem abgelegenen Dorf zu sein, das keine Karte nimmt. 100 € decken einen Abschleppwagen, zwei Nächte billige Unterkunft oder zwei Tage Essen und Kraftstoff.
- Eine Liste wichtiger Telefonnummern auf Papier, ins Handschuhfach geklebt — 0 €. Die Nummern: die Botschaft deines Landes im Land, in dem du bist, die Notfallnummer deiner Reiseversicherung, die EU-Notrufnummer (112, funktioniert überall), die Karten-Sperrnummer deiner Bank, zwei Familienmitglieder. Wenn dein Handy stirbt, ist das, was dich rettet.
Was das nicht ist
Das ist kein am Auto montiertes Überlebensset. Es gibt keine Machete, kein Satellitentelefon, keinen Klappkocher. Es ist eine kleine Kiste billiger Dinge, die die realistischen Probleme bewältigt, denen eine europäische Familie im Urlaub begegnet: leere Batterie, Überhitzung, leichte Medizin, Kommunikationsausfall, Navigationsversagen.
Das Urlaubssicherheits-Bulletin der italienischen Protezione Civile gibt dieselbe Empfehlung mit etwas anderen Worten. Der Schweizer TCS (Touring Club) betont die Warnweste und die Papierkarte. Die französische Sécurité Routière konzentriert sich auf das Wasser und das Erste-Hilfe-Set. Die Muster konvergieren.
Eine Sache diese Woche: wenn du diesen Sommer irgendwohin fährst — selbst eine 200-km-Wochenendfahrt — leg diesen Samstag die acht Dinge in eine einzige Kiste. 30 Minuten, ~60 €. Verlässt den Kofferraum im Oktober.
— Systems Fail Lab